Teufelsberg
Der Teufelsberg im Grunewald ist einer der markantesten Aussichtspunkte Berlins und ein Relikt des Kalten Krieges.
Der Berg selbst ist eine künstliche Erhebung, die nach 1945 aus rund 26 Millionen Kubikmetern Trümmerschutt der zerstörten Stadt aufgeschüttet wurde. Auf seinem Gipfel errichteten die US-amerikanischen Streitkräfte in den 1950er-Jahren eine Abhörstation (Field Station Berlin), deren markante, weithin sichtbare Radarkuppeln bis heute das Landschaftsbild prägen.
Die Architektur der Anlage mit ihren fünf weißen Kuppeln diente einst dazu, den Funkverkehr des Warschauer Pakts zu überwachen. Nach dem Abzug der Alliierten verfiel das Gelände zeitweise, entwickelte sich jedoch zu einem Anziehungspunkt für Street-Art-Künstler aus aller Welt. Heute beherbergt der Teufelsberg eine der weltweit größten Outdoor-Galerien, in der sich monumentale Wandbilder mit der maroden Ästhetik der militärischen Ruinen vermischen.
Der Publikumsverkehr besteht heute aus einer Mischung von Geschichtsinteressierten, Street-Art-Fans und Ausflüglern. Trotz des teilweise baufälligen Zustands der Gebäude ist das Plateau für Besucher zugänglich und bietet einen Panoramablick über das Berliner Stadtgebiet und das Brandenburger Umland. In seiner Kombination aus künstlicher Topografie, Spionagegeschichte und moderner Subkultur stellt der Teufelsberg einen Ort dar, der die Brüche der Berliner Geschichte unmittelbar erfahrbar macht.